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Schloss Karlsberg ist der Namensgeber für die Brauerei von Christian Weber

Auf die noble Tradition der Braustätte von Schloss Karlsberg
beruft sich der Homburger Kaufmann Christian Weber (1840-1939),
als er 1878 die „Bayerische Bierbrauerei zum Karlsberg“ gründet.
Weber erwirbt die Brauanlagen, Brunnen und Immobilien aus
einer Versteigerung. Das weiche Homburger Quellwasser eignet
sich hervorragend zum Bierbrauen.

Das unweit Homburgs gelegene Schloss Karlsberg (1777-1793)
wurde von dem Wittelsbacher Herzog Karl II. August von
Pfalz-Zweibrücken zu einer ausgedehnten und prächtigen
Landresidenz ausgebaut. Die umfangreiche Gemäldesammlung
des Herzogs rettete Johann Christian von Mannlich, der Hofarchitekt
Karl II. Augusts und ausgebildete Maler, vor der Zerstörung des
Schlosses. Sie befindet sich heute in der Alten Pinakothek in München.
Mit Unterstützung der Karlsberg Brauerei kehren 2003 einige
Gemälde der herzoglichen Sammlung nach Homburg zurück.
Zudem wird das Schloss im Internet rekonstruiert
(www.schloss-karlsberg.de).

Die Gründerzeit – Qualität von Anfang an

Christian Weber, angesehener Kolonialwarengroßhändler in Homburg
und später Ehrenbürger der Stadt, wird von Homburger Bürgern zur
Übernahme der bankrotten Brauerei Jacoby gedrängt, der damals
größten Brauerei am Ort. In der Stadt gibt es zu jener Zeit nur einige
Gasthausbrauereien, und Christian Weber nutzt die Chance,
innerhalb weniger Jahre eine für ihre Qualität bekannte,
florierende Brauerei aufzubauen.

Edle Brautradition und reines Wasser

1777


Ein Bewusstsein für Qualität und gute Braukunst prägt
von Anfang an die Arbeit der Brauereimitarbeiter


Die Bayerische Bierbrauerei zum Karlsberg wächst derart rasch,
dass 1884 der Umzug an den heutigen Standort am Stadtrand
Homburgs notwendig wird. Ein neues Brauhaus sowie weitere
Neu- und Umbauten modernisieren und erweitern die
Bierherstellung und sichern ein hohes Qualitätsniveau.
Ein neues Maschinenhaus und die erste Eismaschine ermöglichen
von 1896 an die ganzjährige Kühlung bei der Biererzeugung.
Schließlich verdoppelt ein 1898 erbautes Dampfsudhaus mit einer
Leistung von 90.000 Hektolitern die Kapazitäten
der Bierbrauerei zum Karlsberg.

1897 wird die Bayerische Bierbrauerei zum Karlsberg in eine
Aktiengesellschaft mit einem Grundkapital von 1,1 Millionen Mark
umgewandelt. Hauptaktionär Christian Weber hält mehr als 98%
des Aktienvolumens. Ein Inventar des Vorjahres zeigt:
Nur 18 Jahre nach der Gründung vervielfachte Christian Weber
durch Investitionen in Anlagen, Inventar und Immobilien
den Wert der Brauerei.

BAHNBRECHENDE ERFOLGE

1879


Einer der ersten Tankwagen für Karlsbergbräu rollt
Ende der zwanziger Jahre durch Homburg


Mit der Kapazitätserweiterung wächst das Vertriebsgebiet der
Bayerischen Bierbrauerei zum Karlsberg deutlich an:
Neben den Kohlerevieren und Industrieregionen im Saarland findet
„Karlsbergbräu“ nun auch in der Pfalz, in Lothringen
und in Luxemburg regelmäßige Abnehmer.

Die Brauerei erwirbt eigene Eisenbahnwaggons, um den Ferntransport
von „Karlsbergbräu“ zu bewerkstelligen. Das erste motorisierte
Lastauto erhöht von 1910 an den Vertriebsradius beträchtlich.
Richard Weber (1897-1946), Sohn des Firmengründers Christian Weber,
leitet seit 1910 die Brauerei. Zu diesem Zeitpunkt nimmt Karlsberg
in der Rangliste der deutschen Brauereien den 180. Platz ein.

Trotz ungünstiger Absatzbedingungen – durch den Friedensschluss von
Versailles 1918 fallen die Märkte in Luxemburg, Lothringen und in
der Pfalz weg – hält die Karlsberg Brauerei ihren Wachstumskurs.

Zum 50. Firmenjubiläum im Jahre 1928 beweist die
Christian-Weber-Stiftung, die Mitarbeitern in sozialen Notlagen hilft,
erstmals das hohe soziale Verantwortungsgefühl, das seither zum
unternehmerischen Verständnis der Karlsberg Brauerei gehört.

VOLLE KRAFT VORAUS ZUM KUNDEN

1901


Investition in eine moderne Abfüllanlage

Nach Immobilienerwerben und umfassenden Investitionen in die
Produktion, darunter der Neubau eines Sudhochhauses in der
Karlsberg-Straße (1929/30) erzielt die Karlsberg Brauerei einen stetig
steigenden Bierausstoß. 1937 wird die Aktiengesellschaft in eine
Kommanditgesellschaft mit persönlich haftendem
Gesellschafter umgewandelt, Richard Weber wird
alleiniger geschäftsführender Gesellschafter.

1942 tritt Dr. Paul Weber als Prokurist in die Karlsberg Brauerei ein.
Der zweite Weltkrieg endet mit dem Verlust zahlreicher Mitarbeiter
und der vollständigen Zerstörung der Brauerei.

ENDE MIT SCHRECKEN - DIE GOLDENEN ZWANZIGER

1929


Von Homburg aus in die ganze Welt

Die Karlsberg Brauerei erholt sich rasch von den Kriegsschäden:

Das Saarland wird wirtschaftlich an Frankreich angeschlossen, und die
Brauerei erschließt sich nach dem Erwerb des bekannten Markennamens
„Walsheim“ zügig neue Vertriebswege nach Frankreich.
Nach Namensstreitigkeiten und außergerichtlichem Vergleich mit der
dänischen Carlsberg Brauerei 1956 verpflichtet sich Karlsberg, für das
Exportgeschäft von Bier den Namen Karlsbräu zu verwenden,
um Verwechslungen auszuschließen. In den folgenden Jahren ersetzt die
Brauerei den Markennamen Walsheim beim Frankreich-Geschäft durch
Karlsbräu. Investitionen in die Produktion verdoppeln die Kapazität
der Brauerei. 1956 wird das Sudhaus erheblich erweitert und erlaubt nun
eine Gesamtproduktionskapazität von 500.000 Hektolitern Bier pro Jahr.
1957 braut Karlsberg erstmals das „Feingold-Pils“.
Die Karlsberg Brauerei macht sich nach dem Krieg rasch fit für den Export
und profitiert von der politischen Sonderstellung an der Saar.
Die traditionelle Markenvielfalt Karlsbergs wird zügig erweitert.

1953 - Geburt eines „Global players“
Auf die Verpackung kommt es an…
Als einzige Brauerei des deutsch-französischen Vertriebsgebiets füllt
Karlsberg sein Bier von 1953 an in Getränkedosen (0,35l) ab.
Die gesamte Ausstoßmenge klettert sprunghaft von rund 70.000 hl (1949)
auf knapp 250.000 hl (1954) nach oben. Das Dosenbiergeschäft steigert das
Mengenwachstum und eröffnet neue Möglichkeiten im Export und in der
deutschen Bierdistribution. Weitere Innovationen im Verpackungsbereich folgen,
beispielsweise 1968 die sogenannte Riesendose (3,8l und 5l). Beide Gebindegrößen
feiern auf den Parties der Siebziger Jahre einen Riesenerfolg.
Von Homburg aus in die ganze Welt:
Karlsberg exportiert seine Marken und alkoholfreies Bier seit den
50ern rund um den Globus.

NEUE ZIELE - NEUE MÄRKTE

1946

Bei der zweiten Volksabstimmung 1955 entscheiden sich die Saarländer für den Anschluss
an die Bundesrepublik. Karlsberg verstärkt seit Beginn der Fünfziger Jahre seine
Vertriebsaktivitäten (Direktverkauf, Verkaufsförderung) und erschließt sich als
„Des Saarlands guter Stern“ eine Vorrangstellung auf dem Heimatmarkt.

Schützende Vorbereitungen für den „Tag X“, den wirtschaftlichen Anschluss an die
Bundesrepublik (6.7.1959), treffen die Saarbrauereien gemeinsam:
Um dem erwarteten Ansturm deutscher Brauereien auf den saarländischen Markt zu begegnen,
produzieren sie ein 1-Liter-Gebinde, den „Literbomber“ Bier oder Edelmalz, der zum Preis von
1 Mark verkauft wird.

Die Entfernung der Schlagbäume am Zoll ist am „Tag X“ sichtbares Zeichen der Einheit.

Seit 1962 führt Dr. Paul Weber als geschäftsführender Gesellschafter
alleinverantwortlich die Brauerei.

MIT DEM LITERBOMBER GEGEN DIE KONKURRENZ

1955

„Sinalco Citro“ als sportliche Erfrischung

Durch die Erweiterung des Sortiments um Erfrischungsgetränke wie „Sinalco-Cola“
und um „Rilchinger“ Mineralwasser der Gesundbrunnen Bad Rilchingen GmbH
stärkt die Karlsberg Brauerei ab Mitte der sechziger Jahre ihre Position im Wettbewerb.
Schon seit 1962 versorgen eigene Karlsberg-Verkaufsniederlassungen und Fahrverkäufer
neben dem Saarland auch die Pfalz und
Teile Hessens, schließlich auch Bayern und Teile Nordrhein-Westfalens flächendeckend
über ein Tourensystem mit Karlsberg Bier und Alkoholfreiem.

Durch das zuwachsstarke Neuprodukt „Karlsberg Edelmalz“ verschafft sich die Brauerei
einen weiteren Vorteil für ihre Wachstumsstrategie. Weitere Produktinnovationen
wie das milde „Karlsberg Alt“ oder das Starkbier „Prinz von Homburg“ ebnen 1968
den Weg an die Spitze. Auch in der Verwaltung realisiert Karlsberg
innovative Maßnahmen:
1968 und damit sehr frühzeitig führt die Brauerei ein EDV-System ein.

ERFRISCHENDES FÜR EINEN GRÖSSEREN MARKT

1959

Ein neuer Stern am Pilshimmel leuchtet auf: „Karlsberg Ur-Pils“ (seit 2000: UrPils)
heißt das neue Premium-Pils der Brauerei, das ab 1970 einen herb-frischen Akzent
in der deutschen Pils-Palette setzt. Nach weiteren Kapazitätserhöhungen und
Neubauten am Standort Homburg überwindet Karlsberg 1974 erstmals
die 1-Million-Hektoliter-Grenze. Als erste deutsche Brauerei führt Karlsberg
in jenen Jahren die Deckungsbeitragsrechnung als Steuerungsinstrument
für den Vertriebserfolg ein.
Unter starker Beteiligung der Öffentlichkeit feiert das Unternehmen 1978
seinen einhundertsten Geburtstag.

Der seit 1983 geschäftsführende Gesellschafter Dr. Richard Weber leitet von 1974 an
die Exportabteilung und stärkt in umfassender Form das Exportgeschäft der Brauerei.
1979 und 1981 werden jeweils eigene Vertriebsorganisationen in Frankreich
(Karlsbräu France S.à.r.l) und in Italien (Karlsbräu Italia S.r.l.) etabliert.
Mit dem Coca-Cola-Konzessionär OKKO Getränke GmbH und der mehrheitlichen
Beteiligung an der Saarfürst Brauerei AG in Merzig festigt Karlsberg
Anfang der achtziger Jahre seine Position im Heimatmarkt.

MIT "KARLSBERG URPILS" ZUM HEKTOLITER-MILLIONÄR

1970

Anfang der achtziger Jahre erlebt die Karlsberg Brauerei einen starken
Wachstumsschub. Sie baut ihre Geschäftsfelder strategisch aus und
erweitert insbesondere das Markengeschäft mit alkoholfreien Getränken
sowie Dienstleistungen. Mit der OKKO Getränke GmbH in Saarbrücken,
einem der Coca-Cola-Konzessionäre mit dem höchsten Pro-Kopf-Verbrauch
in der Bundesrepublik, geht Karlsberg 1983 eine Kooperation ein und
erweitert damit seine Palette alkoholfreier Getränke
um die führende Erfrischungsmarke.

Als Konzessionär der globalen Getränkemarke „Coca-Cola“ vertreibt die
OKKO Getränke GmbH in Saarbrücken auch die anderen bedeutenden
Erfrischungs- und Sportgetränkemarken wie „Fanta“, „Bonaqa“,
„Bonaqa sportswater“, „Powerade“ und „Sprite“.

Mit der Merziger Fruchtgetränke GmbH (früher: Merziger Süßmosterei) –
„Deutschlands feinem Saftladen“ – betritt sie erstmals das wachstumsträchtige
Fruchtsaft-Segment. Die TKZ (Tiefkühlkost-Zentrale), seit 1984 Tochter
der Brauerei, beliefert im Saarland und der angrenzenden Pfalz Gastronomien
und Großverbraucher und macht sich vor allem mit anspruchsvollen
Convenience-Produkten einen Namen. Mit den starken Eismarken
von Langnese-Iglo wird die TKZ ein weiterer Wachstumsbringer der Brauerei.

„ALWAYS COCA-COLA“ UND „FASCINATION FOOD“

1984

Genussvielfalt der Neunziger bei Karlsberg: Die Königsbacher Marken,
das alkoholfreie „Gründel’s alkoholfrei“ und „La Licorne“
der elsässischen Brasserie de Saverne.

Braustätten und Biermarken Wie „Schloss“, „Löwen“ und „Becker“ in Deutschland
sowie die Brasserie de Saverne und die Amos-Brauerei in Frankreich kommen
in den achtziger Jahren zur Karlsberg Brauerei, die inzwischen zu einer
Unternehmensgruppe herangewachsen ist. Von nun an baut die Brauerei ihr
Frankreich-Geschäft kontinuierlich aus. Karlsberg ist inzwischen die
fünftgrößte Exportbrauerei Deutschlands. Auf dem Markt der alkoholfreien Biere
braut sie mit ihrem „Gründel’s alkoholfrei“ weit vorne mit.

Mit der Königsbacher Brauerei erwirbt Karlsberg 1992 die große regionale
Pilsmarke „Königsbacher Pils“, die entlang des Mittelrheins beheimatet ist.
Eine mehr als 300-jährige Brautradition verknüpft die Königsbacher Brauerei
seither mit einer zeitgemäßen Innovationsstrategie.

NOCH MEHR MARKENBIER

1987

Logistik und Dienstleistungen werden Anfang der neunziger Jahre ausgeweitet:

Die französische Saverne Transports und der Automatendienstleister serviPlus
erhöhen die Kundennähe der Brauerei.

Die clevere Geschäftsidee von Mitarbeitern des Coca-Cola-Konzessionärs
OKKO Getränke GmbH in Saarbrücken steht Pate bei der Gründung der serviPlus:

Die Karlsberg-Tochter baut innerhalb weniger Jahre ein Getränke-
und Snackautomatengeschäft auf, das sie auf Deutschland, Frankreich und
die Benelux-Staaten ausdehnt. ServiPlus bietet den kompletten Service rund
um den Verpflegungsautomaten, vom Verkauf der Geräte
und Produkte bis hin zum „Fullservice“.

KUNDENNÄHE SCHAFFT VERTRAUEN

1990

Eine neue Organisationsstruktur erhöht nach 1996 die Flexibilität und
Entscheidungsfreudigkeit der Karlsberg Brauerei. Nach dem Motto
„Wachstum durch Zellteilung“ wird die Karlsberg Brauerei KG Weber mit
Dr. Richard Weber und den Unternehmensleitern Dr. Peter Rusitzka und
Heinz Seibert zum Dach für die Tochterunternehmen
des stark gewachsenen Unternehmensverbunds.

Die Geschäftsleitung der Karlsberg Brauerei GmbH (Uli Grundmann,
Bernd Sowada, Gerhard Theis, Dieter Thiele) ist für das operative Geschäft
im Bierbereich verantwortlich. Das Board des Karlsberg Verbunds wird zum
unternehmensübergreifenden Entscheidungsgremium.

Die neuen, schlankeren Strukturen stärken die Innovationsfreudigkeit der
Führung in den verschiedenen Geschäftsfeldern. Das Dienstleistungssegment
wird in den Folgejahren durch den Gastronomiezulieferer
Südwestgetränke Plus und die Gründung der Karlsberg Logistik Service
GmbH (1999) ausgebaut. Als Spezialist für die Wünsche der
Gastronomie-Kunden bietet die Südwest Getränke Plus GmbH (SWG)
ein breites Waren- und Service-Sortiment an und steigt auch in den
Weinhandel ein.

Erstmals engagiert sich die Unternehmensgruppe zudem im
Biotechnologie-Bereich. Über das Karlsberg Institute of Bioscience GmbH & Co. KG
beteiligt sich der Verbund an biotechnologischen und biomedizinischen
Unternehmen.
Moderne Markenwelten für junge Leute – Karlsberg mischt den Biermarkt auf
1996 treibt es Karlsberg erstmals ganz bunt: Mit dem trendigen Starkbier
„Ballermann 6,9“ und den LongdrinX „Jopalume“, „Pecada“ und „Maromba“
mischt die Brauerei den Getränkemarkt auf. Mit den Szenedrinks
„Desperados Tequila flavoured beer“ und „MiXery“ (Bier + Cola + X)
gelingt Karlsberg der Durchbruch.

WACHSTUM DURCH „ZELLTEILUNG“

1996

Genuss und Gesundheit – diese beiden Ziele prägen das Konsumverhalten
der Verbraucher seit dem Ende der neunziger Jahre. Mineral- und Heilwässer
sowie Getränke mit Zusatznutzen („functional drinks“) sind stark gefragt.

Die Wellness-Welle rollt:

Bevorzugt werden Produkte, die gut schmecken und das Wohlbefinden erhöhen.
Durch den Erwerb eines Aktienpakets der Mineralbrunnen Überkingen
Teinach AG (MINAG) nimmt Karlsberg ab 2001 national führende
Mineral- und Heilwassermarken wie „Staatl. Fachingen“, „Hirschquelle“,
„Teinacher“ sowie die Erfrischungsgetränkemarken „Afri-Cola“ und
„Bluna“ ins Portfolio. Die Brauerei erweitert damit das zuwachsstarke
Mineralwassersegment um strategisch wichtige Marken.

ERFRISCHENDE ZUWÄCHSE

2001